Was bedeutet „psychosoziale Beratung“?
Im Gewerbeschein steht „Lebens- und Sozialberatung / psychosoziale Beratung“ – doch was bedeutet das genau?
Die Bezeichnung „psychosoziale Beratung“ im Gewerbeschein dient der besseren Verständlichkeit, ist jedoch nicht mit der Beratung durch klinische PsychologInnen gleichzusetzen.
„Psychosoziale Beratung“ in diesem Zusammenhang ist kein medizinischer oder klinischer Begriff, sondern beschreibt den Umgang mit psychischen, sozialen und emotionalen Themen im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung (LSB)-
kurz: Lebensberatung.
Lebensberatung und Coaching können nahezu synonym verwendet werden. In der Lebensberatung wie auch im Coaching unterstützt man Menschen in
- herausfordernden Lebensphasen im privaten wie im beruflichen Kontext
- bei Beziehungsfragen
- Stressbewältigung
- Krisen
- Konflikten
- Neuorientierung
- Veränderungsprozesse
- in der Persönlichkeitsentwicklung
und vielem mehr. Man arbeitet auf lösungs-, ressourcen- und zielorientierte Weise.
Dabei gibt der Lebensberater oder Coach KEINE Ratschläge oder Tipps, was der Klient, die Klientin in Zukunft verändern soll- anders als die Berufsbezeichnung suggerieren könnte. Es wird also nicht im klassischen Wortsinn beraten, sondern es wird mit den unterschiedlichsten Methoden, je nach Bedarf und Anliegen, eine individuelle Lösungsmöglichkeit erarbeitet.
Der Klient, die Klientin haben eine Eigenverantwortung. Man spricht auch von Coachingpartnerschaft. Der Coach, die Beraterin leiten den Klienten, die Klientin durch einen Prozess, an dessen Ende der Klient, die Klientin ein Stück freier, klarer, gestärkter und gelöster sein wird.
Der Coach, die Beraterin stellt keine Diagnosen und behandelt keine psychischen Erkrankungen. Sollte therapeutische oder klinisch-psychologische Hilfe notwendig sein, kann man in Kooperation mit PsychotherapeutInnen oder Klinischen PsychologInnen arbeiten.
FAZIT: Die Bezeichnung „psychosozialer Berater“ auf dem Gewerbeschein der Lebens- und SozialberaterInnen ist eine nicht-geschützte Zusatzbezeichnung, die sich auf das Tätigkeitsfeld bezieht – aber nicht mit der psychologischen Beratung im medizinischen Kontext zu verwechseln ist.
